Bodenrichtwert

Als Bodenrichtwert wird der durchschnittliche Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken, für die im Wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen, bezeichnet. Er bezieht sich auf den Quadratmeter Grundstücksfläche eines Grundstücks mit definiertem Grundstückszustand (Bodenrichtwertgrundstück).

Bodenrichtwerte werden aufgrund der Kaufpreissammlungen von den Gutachterausschüssen nach den Bestimmungen des § 196 BauGB und den entsprechenden landesrechtlichen Gutachterausschussverordnungen jeweils zum Jahresende für lagetypische Grundstücke mit definierten Eigenschaften ermittelt und veröffentlicht.

Nach der Baugesetzbuchnovelle im Jahr 2008 sind nur noch zonale Bodenrichtwerte mit einer eindeutigen Zonenabgrenzung erlaubt. Lagetypische Bodenrichtwerte (ohne feste Zonenabgrenzung) werden nicht mehr ausgewiesen.

Nach § 196 Abs. BauGB sind Bodenrichtwerte in bebauten Gebieten mit dem Wert ermittelt worden, der sich ergeben würde, wenn die Grundstücke unbebaut wären.
Abweichungen eines einzelnen Grundstückes von dem Richtwertgrundstück in den wertbeeinflussenden Umständen – wie beispielsweise:
  • Erschließungszustand;
  • spezielle Lage;
  • Art und Maß der (möglichen) baulichen Nutzung;
  • Nutzungszustand;
  • Bodenbeschaffenheit;
  • vorherrschende Grundstücksgestalt;
  • Grundstücksgröße;
  • beitragsrechtlicher Zustand

bewirken i. d. R. entsprechende Abweichungen seines Quadratmeterpreises von dem Bodenrichtwert.

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